Ein Demenzdorf für Stuttgart?


Antrag vom 20.02.2023

Mehr als ein Viertel unserer Bevölkerung ist 65 Jahre und älter. Dementsprechend nimmt auch die Zahl der Demenz-Kranken kontinuierlich zu. Viele Menschen mit Demenz leben in Pflegeheimen, wobei die wenigsten Einrichtungen speziell auf Demenzpatienten ausgerichtet sind. Demenz-Kranke benötigten aber, im Gegensatz zu Menschen, die körperliche Gebrechen haben, eine andere Form der Pflege, eine Pflege, die gezielt ihre Fähigkeiten fördert. Unter den Wohn- und Betreuungskonzepten für Demenz-Kranke gibt es auch das Konzept des Demenzdorfes. Ein Demenzdorf ist eine Pflegeform für Menschen mit Demenz, in der die Bewohnerinnen und Bewohner in einer abgeschlossenen „Siedlung“ leben, die nach ihren Bedürfnissen zugeschnitten ist. So haben die Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur die Möglichkeit, ihren Bewegungsdrang auszuleben, der oft eine Folge der Demenz ist, sondern können im „Dorf“ einkaufen, zum Friseur oder auch ins Restaurant gehen, sind insoweit in der Lage, in einem geschützten Raum bzw. einem geschützten Rahmen so selbstbestimmt wie möglich zu leben. Erste Beispiele gibt es in den Niederlanden und auch in Deutschland, wie z.B. am „Tönebön am See“. Das Konzept ist nicht unumstritten, da unter anderem argumentiert wird, dass den Demenz-Kranken eine Scheinwelt vorgespiegelt werde. Wir möchten uns diesbezüglich ein eigenes Bild machen, um zu schauen, inwieweit das Konzept in Stuttgart realisiert werden könnte.

Wir beantragen daher:

  1. Die Verwaltung stellt in einem der nächsten Sitzungen des Sozial- und Gesundheitsausschusses, die in den verschiedensten Einrichtungen in Stuttgart praktizierten Konzepte speziell für Demenzpatienten vor.
  2. Die Verwaltung stellt das Konzept der Pflegeform des Demenzdorfes vor und holt unter anderem Erfahrungsberichte diesbezüglich ein.